Wir spazieren heute durch den Stadtteil Maxglan und erkunden ein kleines Stück seiner Vergangenheit: Dabei hören wir von Bauern, Wäschern, Badeanstalt, Pestspital und Co.  

Zu Beginn reisen wir gedanklich zurück ins Mittelalter. Damals konnten die Ansässigen den Namen ihres Wohnorts noch schneller aussprechen als heute: Er hieß einfach nur „Glan“, was auf Keltisch „reines, klares Wasser“ bedeutet. Macht Sinn, wo sich doch das Flüsschen so markant durch den Stadtteil zieht. Der Max kam dann erst im 15. Jahrhundert dazu, dank der Kirche des Heiligen Maximilian, heute bekannt als Pfarrkirche Maxglan.

 

Maxglan und die Bauern

Pfarre Maxglan (c) STADTBEKANNT Zohmann

Pfarre Maxglan (c) STADTBEKANNT Zohmann

Dieser herausragende Zeitzeuge hat aber nicht nur bei der Namensgebung mitgemischt. Er präsentiert zudem einen Stein, der sich unauffällig an seine südliche Kirchenmauer schmiegt und etwas über die Geschichte Maxglans preisgibt: Zwei Wagenräder und ein Pferdehuf bezeugen, dass es sich bei dem heutigen Stadtteil einst um ein eigenständiges, wohlhabendes Bauerndorf handelte, das für seine fruchtbaren Ackerböden bekannt war.

Radlstein Pfarre Maxglan (c) STADTBEKANNT Zohmann

Maxglan und die Handwerker

Der eigentliche alte Siedlungskern dieses reichen Dörfchens befand sich im Burgfried, der heute zwischen Glan und Mühlbach liegt und besonders im Herbst den einen oder anderen malerischen Blickwinkel enthüllt. Von den zahlreichen Wäschern und Handwerkern, die sich einst hier niederließen, ist lediglich das Haus Nummer 3 in der Burgfriedgasse übrig geblieben. Ganz in der Nähe befindet sich der Stölzlpark, der einen Spielplatz, einen Verkehrsgarten und das Heimathaus, das Gasthaus „Zur Einkehr“, beherbergt.

 

Maxglan und die Badenden

Weinstöckl Stadtheuriger (c) STADTBEKANNT Zohmann

Weinstöckl Stadtheuriger (c) STADTBEKANNT Zohmann

Der hungrige Spaziergänger möchte vielleicht im ältesten Weinheurigen Salzburgs einkehren – das „Weinstöckl“ befindet sich in der wohlklingenden „Villagasse“ und überrascht den Passanten mit einem einladenden Gastgarten. Über die Gärtnerstraße gelangt man zum über 200 Jahre alten Gasthof Ganshof. Früher befand sich hier auch die Badeanstalt Ganshof, wo sich ärmere Menschen dreimal im Jahr kostenfrei die Haare waschen lassen konnten. Heute steht das Gebäude leer und verlassen da, ein Relikt der Maxglaner Vergangenheit. Durch die Sebastian-Stöllner-Straße, vorbei am Gründer und ersten Bischof Salzburgs, der sich in mosaikartiger Form an der Wand eines Wohnhauses präsentiert, gelangen wir zur Maxglaner Hauptstraße. An der Ecke bietet die NähBar eine willkommene Gelegenheit, bei einer Tasse Kaffee zur Ruhe zu kommen. Das Interieur ist liebevoll arrangiert, das Kreativ-Café ist in eine farbenfrohe Nähwerkstatt integriert und ist gleichsam ein kleines Geschäft, in dem regionale Künstler ihre Werke verkaufen können. Zudem werden verschiedene Kurse und Workshops rund um das Thema Nähen angeboten. (Anm.: Die Nähbar hat leider ab Ende Juli 2018 dauerhaft geschlossen!)

NähBar (c) STADTBEKANNT Zohmann

NähBar (c) STADTBEKANNT Zohmann

Maxglan und die Pest

Zum Abschluss des Spaziergangs statten wir einem weiteren geschichtsträchtigen Ort einen Besuch ab: In der Rochusgasse lag das 1636 erbaute Pestspital, das dem Schutzheiligen der Pestkranken Rochus geweiht wurde. Dieser Herr heilte einer Legende nach Anfang des 14. Jahrhunderts auf seiner Pilgerreise nach Rom zahlreiche Pestkranke. Als die Pest in Salzburg vorüber war, wurde das Spital in ein Zuchthaus umgewandelt, das die Unzüchtigen gemäß dem Spruch „Meide oder leide“ büßen ließ. In der Rochusgasse ist für Leiden heute glücklicherweise kein Platz mehr, dafür lädt der Rochushof ein, sich kulinarischen Genüssen hinzugeben. Im Geschäft können regionale Bio-Feinkostwaren erstanden werden – wer sich die Zutaten lieber kombiniert servieren lassen möchte, kann beim Ökohof Feldinger einkehren. Ein schmackhaftes Gericht von der Tageskarte rundet unseren Spaziergang ab!

 

STADTBEKANNT meint

Maxglan erzählt aus seiner Vergangenheit: Gedanklich wandern wir im mittelalterlichen „Glan“ durch ein unabhängiges, wohlhabendes Bauerndorf, passieren zudem einige Wäscherhäuser, staunen über eine Badeanstalt und ein Pestspital. Doch auch gegenwärtig hat der Stadtteil – vor allem kulinarisch – einiges zu bieten.

 

Hotspots

Weinstöckl Stadtheuriger – Villagasse 3
Mo – Fr 17:00 – 24:00 Uhr
Sa bei besonderen Anlässen geöffnet

NähBar – Maxglaner Hauptstraße 35
Dauerhaft geschlossen!

Ökohof Feldinger – Rochusgasse 6
Mo – Fr 07:30 – 18:30 Uhr
Sa 07:30 – 13:00 Uhr