Rundweg durch die Almbachklamm über Ettenberg

Eine malerische Schlucht mit Wasserfällen, ein idyllischer Waldweg, Wiesen und Felder – all das erwartet einen auf einer Wanderung durch die Almbachklamm.

Mit steter Beharrlichkeit bahnt sich das Wasser seinen Weg durchs Gestein, schleift es glatt und gräbt immer tiefer… Eine Wanderung durch eine Klamm hat ihre Höhen und Tiefen – und genau das macht sie so interessant. Deshalb folgen wir in Marktschellenberg dem Almbach, der seine malerische Schneise durchs Tal zwischen Ettenberg und Maria Gern zieht. Von hier aus führt ein etwa dreistündiger Rundweg durch die Almbachklamm bis zur Theresienklause, von dort aus nach Ettenberg zur Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung und anschließend über Hammerstiel wieder zurück.

Weg durch die Almbachklamm (c) STADTBEKANNT Zohmann

Weg durch die Almbachklamm (c) STADTBEKANNT Zohmann

Kugerl im Wasser

Eine kleine Brücke – sie soll heute die erste von vielen sein – führt vom Parkplatz zum Gasthaus zur Kugelmühle. Der Name ist Programm, denn sogleich rücken zahlreiche hübsche Steinkugeln ins Blickfeld. Der begabte Künstler: Das Wasser. Denn das hält das Kugerl zwischen Steinplatte und Holzscheibe in ständiger Bewegung. Auf diese Art wurden vor 200 Jahren in Salzburg jährlich über 4 Millionen Stück davon geschliffen. Ihre Einsatzgebiete gestalteten sich sehr unterschiedlich: Während das eine Kugerl als Munition in den Krieg zog, war das andere Ballast für Schiffe und wieder ein anderes landete als Murmel in einer Kinderhand. Die Kugelmühle bei der Almbachklamm ist die letzte noch aktive ihrer Art. Von 130 Mühlen in der Umgebung ist sie als einzige noch seit über 300 Jahren unermüdlich an der Arbeit – allerdings nicht um Geschosse, sondern um Souvenirs zu kreieren.

Kugelmühle (c) STADTBEKANNT Zohmann

Kugelmühle (c) STADTBEKANNT Zohmann

Molch im Fels

Wir verlassen die bunten Kugeln und zahlen etwas weiter dem netten Herrn an der Kassa einen Eintritt von € 6,00.-. Ein riesenhafter Feuersalamander, unbeweglich und von Menschenhand geschaffen, steht am Wegesrand. Bleibt die Hoffnung auf das Glück, vielleicht einen echten gefleckten Erdmolch zu entdecken, der sich in der Almbachklamm an feucht-warmen Tagen recht wohl fühlt. Schon bald ist der Wanderer weit entfernt vom Alltagsstress und wird von der zauberhaften Stimmung in der Klamm gefangen genommen: Schmetterlinge begleiten ihn auf seinem Weg entlang der gesicherten Felswände, über Brücken, vorbei an rauschenden Wasserfällen. Ein Auf und Ab, Treppen, malerische Fotospots und ein 1,66 Meter hoher Tunnel gestalten den Weg abwechslungsreich. Es gibt mehrere Rundwegvarianten – wir entscheiden uns für den längsten Weg, der zuerst bis zur Theresienklause führt und halten uns an den Abzweigungen links.

Wasserfall in der Almbachklamm (c) STADTBEKANNT Zohmann

Wasserfall in der Almbachklamm (c) STADTBEKANNT Zohmann

Theresia in Pension

25 Brücken, 7 Erlebnisstationen und 220 Höhenmeter später begrüßt uns schon die Theresienklause, die stolze 14 Meter in die Höhe ragt. Seit über 50 Jahren in verdienter Pension, musste sie in ihrem vergangenen Job bis zu 15.000 m3 Wasser hinter sich aufstauen. Wurde sie geöffnet, riss der gewaltige Wasserschwall die in den Almbach gelegten Holzstämme mit sich, um sie talwärts zu befördern. Heute liegt die Klause ruhig da und muss nur noch Wanderer ertragen, die über ihren 17 Meter langen Rücken von der einen zur anderen Bachseite wechseln. Nun geht es weiter bergauf. Nach dem Dunkelgraben eröffnet der hübsche, bewaldete Weg am Hang immer wieder schöne Aussichten.

Weg nach Ettenberg (c) STADTBEKANNT Zohmann

Weg nach Ettenberg (c) STADTBEKANNT Zohmann

Maria im Lindenbaum

Bald öffnet sich die Schlucht und der Wanderer spaziert über Wiesen, vorbei an Winkellehen und dann über asphaltierte Straßen bis zur Wallfahrtskirche Ettenberg, die auf 830 Metern den Höhepunkt und damit einen geeigneten Ort für eine Rast bietet. Fürs leibliche Wohl sorgt der nebenan gelegene Mesnerwirt (Montag Ruhetag). Das barocke Kirchlein, das im Schatten des Untersbergs ein idyllisches Plätzchen gefunden hat, verdankt seine Existenz einem Marienbild. Das wurde 1695 an einem Lindenbaum hängend hier gefunden und löste eine blühende Wallfahrt aus. Bald darauf errichtete man die Kirche Mariä Heimsuchung.

Wallfahrtskirche Ettenberg (c) STADTBEKANNT Zohmann

Wallfahrtskirche Ettenberg (c) STADTBEKANNT Zohmann

Nach der wohlverdienten Pause zieht es uns nun wieder talwärts. Drei Varianten stehen zur Auswahl – wir entscheiden uns für den Hammerstiel Wanderweg, der recht steil, dafür direkt zum Gasthaus zur Kugelmühle zurückführt. Zum Abschluss gönnen wir uns hier noch einen Eisbecher. Und vielleicht ein hübsches Marmorkugerl als Souvenir?

STADTBEKANNT meint

Ein dreistündiger Almbachklamm-Rundweg bietet einiges an Abwechslung: Zahlreiche Brücken führen den Wanderer vorbei an Wasserfällen und Erlebnisstationen bis zur Theresienklause, die einst hier einen braven Job tat. Durch Wald und über Wiesen geht es anschließend höher hinaus bis zur Wallfahrtskirche und zum Mesnerwirt. Der Hammerstiel Wanderweg führt zum Schluss direkt wieder zum Ausgangspunkt.

 

Anreise
Anreise mit dem Auto: Kostenfreie Parkplätze beim Gasthof Kugelmühle
Anreise mit dem Bus: Linie 840 – der Bus startet am Salzburger Hauptbahnhof und braucht ca. 35 Minuten bis zur Station Almbachklamm (Sommer- und Winterfahrplan)

 

Hotspots

Marktschellenberg, Berchtesgaden

Almbachklamm
Geöffnet witterungsabhängig von April bis Oktober
Eintrittspreise:
Erwachsene € 6,00.-
Erwachsene mit Gästekarte € 5,00.-
Jugendliche 6-18 Jahre € 4,00.-

Mesnerwirt – Vorderettenberg 9
Di-So bis 18:00 Uhr
Montag Ruhetag

Gasthaus zur Kugelmühle – Kugelmühlweg 18
Sa-Do 11:30 – 19:30 Uhr
Freitag Ruhetag