Bergwanderung über das Stöhrhaus

Heute zieht es uns auf den höchsten Punkt des Untersbergs: Von Hintergern geht es über das Stöhrhaus bis zum Gipfelkreuz am Berchtesgadener Hochthron.

Der Berg ruft! Und im heutigen Fall ist das der Untersberg. Seine höchste Erhebung, die sich auf 1.972 Meter Höhe befindet, gilt es zu erklimmen. Ein dreieinhalb bis vierstündiger Aufstieg führt über den Stöhrweg und vorbei am Stöhrhaus bis zum Gipfelkreuz des Berchtesgadener Hochthrons. Die Bewältigung dieser 1.300 Höhenmeter werden mit einer fantastischen Aussicht belohnt.

Aussicht vom Berchtesgadener Hochthron (c) STADTBEKANNT Zohmann

Aussicht vom Berchtesgadener Hochthron (c) STADTBEKANNT Zohmann

Eine Thronbesteigung in Serpentinen

Ausgangspunkt der Bergtour sind zwei kleinere Wanderer-Parkplätze in Hintergern, kurz vor und kurz nach der Abzweigung zum Gasthaus Dürrlehen. Von hier aus startet der am besten ausgebaute Zustieg zum Stöhrhaus. Vom Parkplatz geht es zunächst Richtung Norden am Gerner Bach entlang und in zwei Serpentinen hinauf zu imposanten Bauernhöfen – einer unter ihnen bietet sogar Lamawanderungen an. Die dazugehörigen Tierlein erspähen wir auch bald, als wir bei einem besonders prächtigen, von Blumen nahezu überwucherten Hof der Beschilderung nach links folgen. Entlang einer Wiese führt der Weg nun hinein in den Bergwald, von wo aus es nun in Kehren stetig aufwärts geht. Der Stöhr-Weg zieht sich unterhalb der Almbachwand entlang und bietet immer wieder schöne Ausblicke. Hie und da zeigt sich auch schon der Gipfel, der aber noch weit entfernt scheint.

Blick auf den Berchtesgadener Hochthron vom Stöhrweg (c) STADTBEKANNT Zohmann

Blick auf den Berchtesgadener Hochthron vom Stöhrweg (c) STADTBEKANNT Zohmann

Der Weg ist lang und der Bergwanderer sollte neben festen Schuhen und ausreichend Wasser auch ein Bündel Ausdauer und Trittsicherheit mit im Gepäck haben. Die Serpentinen ziehen weiter ihre Schleifen und irgendwann grüßt linkerhand die Materialseilbahn, die das Stöhrhaus mit Lebensmitteln versorgt. Hinter einem Gatterl eröffnet sich schließlich ein idealer Rastpunkt mit toller Aussicht, wo man sich körperlich für die letzte Etappe, eine latschenbewachsene Hochfläche, wappnen kann. Die Freude ist groß, als schließlich das Stöhrhaus auf 1.894 Metern Höhe sichtbar wird.

Stöhrhaus (c) STADTBEKANNT Zohmann

Stöhrhaus (c) STADTBEKANNT Zohmann

Ein frecher Gipfelkollege

Auch wenn die Hütte schon lockt, so wird noch nicht verweilt – schließlich ist der Gipfel zum Greifen nah: Läppische 78 Höhenmeter gilt es noch zu überwinden. 25 Minuten folgt man einem Weg über geröllbedecktes Gelände, um das letzte Stück bis zum Ziel zu erklimmen. Und endlich ist es so weit: Das Gipfelkreuz des Berchtesgadener Hochthrons bietet einen fantastischen Ausblick und entlohnt für die Anstrengungen der letzten Stunden. Hier treffen wir auch auf zahlreiche Alpendohlen mit ihrem schwarzen Federkleid, aus dem der unverkennbare gelbe Schnabel und die roten Füßchen hervorblitzen. Akrobatisch bewegen sich die Vögel durch die Luft und wer genau hinhört, kann vielleicht verstehen, was sie erzählen. Denn der Piepmatz-Code ist bereits erforscht: Demnach heißt „Griig“ so viel wie „Komm her!“ und ein „Zijag“ so viel wie „Geh weg!“ Manch einem fällt es vielleicht schwer, die piepsenden Laute zu unterscheiden, also erfreuen wir uns eher an dem herzigen Gedanken, dass die Alpendohle ein monogames Wesen ist, das bis zum Tode mit dem Partner zusammenbleibt. Währenddessen erreichen auch Kletterer, die den Hochthronklettersteig erfolgreich bewältigt haben mit Geschnaufe und Lauten der Erleichterung die Felskante.

Alpendohle (c) STADTBEKANNT Zohmann

Alpendohle (c) STADTBEKANNT Zohmann

Eine Terrasse mit Aussicht

Nun meldet sich aber schon lautstark ein Magenknurren. Nichts wie zurück zum Stöhrhaus! Die 1898 erbaute Alpenvereinshütte wird auch gerne als Übernachtungsmöglichkeit während einer Untersbergüberquerung genutzt. Nur allzu verständlich, liegt das Schutzhaus doch ausgesprochen schön auf einem Karst-Plateau und bietet einen ebenso imposanten Ausblick wie der Gipfel. Wir nehmen auf der Terrasse Platz und gönnen uns eine Suppe und ein nachträgliches Gipfelbier. Unser Blick liegt auf der Stütze der Materialseilbahn, deren Talstation wir bereits erblickt haben und die die Hütte mit Lebensmitteln beliefert. Wassertechnisch versorgt man sich hier ausschließlich mit Regenwasser, das in einem 50.000 Liter fassenden Edelstahltank eingespeichert und mittels UV-Anlage zu Trinkwasser aufbereitet wird. Und die Getränke kommen mit dem Hubschrauber.

Stöhrhaus-Terrasse (c) STADTBEKANNT Zohmann

Stöhrhaus-Terrasse (c) STADTBEKANNT Zohmann

Wir werden weder transportiert, noch geflogen. Für uns geht es zu Fuß wieder hinunter. Derselbe Weg eröffnet in gegensätzlicher Gehrichtung wieder ganz neue landschaftliche Eindrücke. Allerdings melden sich bald die Oberschenkel, die beim Bergabwandern ganz schön beansprucht werden. Nach insgesamt sieben Stunden, die wir inklusive der Pausen auf dem Berchtesgadener Hochthron verbracht haben, gelangen wir erschöpft aber stolz und glücklich wieder zum Parkplatz.

Bier auf der Stöhrhaus-Terrasse (c) STADTBEKANNT Zohmann

Bier auf der Stöhrhaus-Terrasse (c) STADTBEKANNT Zohmann

STADTBEKANNT meint

Der höchste Punkt des Untersbergs, der Gipfel des Berchtesgadner Hochthrons, liegt auf 1.972 Metern Höhe. Wir erreichen ihn auf der beliebtesten Route von Hintergern über den Stöhrweg und das Stöhrhaus. Nach der Bewältigung von 1.300 Höhenmetern wird man mit einem tollen Ausblick belohnt. Einkehrmöglichkeit bietet das Stöhrhaus mit einer tollen Terrasse.

Parkmöglichkeiten
Ausgangspunkt sind zwei kleinere Wanderer-Parkplätze in Hintergern, kurz vor und kurz nach der Abzweigung zum Gasthaus Dürrlehen (Parkplatz Hintergern, Untersbergweg 11).

 

Hotspot

Stöhrhaus am Untersberg
bewirtschaftet von Anfang Juni bis Ende September