8 Salzburger Wissensschmankerl zum Thema Bier

Das Coronavirus hat natürlich absolut nichts mit dem Corona-Bier zu tun – auch wenn sich laut einer amerikanischen Umfrage 16% der Befragten dabei nicht so sicher waren. Trotzdem sprechen wir heute, am National Beer Day der USA, über Bier. Und liefern 8 Mal unnützes, dafür unterhaltsames SalzburgWissen zum goldenen Gerstensaft, um die Quarantäne-Zeit etwas zu versüßen. 

#1 Drei Saum

Die erste schriftliche Erwähnung von Bier geht in Salzburg angeblich auf das 12. Jahrhundert zurück. Damals schenkte der Erzbischof einem Grafen zum Dank für den Schutz seiner Güter „drei Saum Bier“. Drei was? „Ein Saum“ war jenes Gewicht, das ein Pferd auf dem Rücken übers Gebirge schleppen konnte und entsprach etwa 120 Litern. Nicht das schlechteste Geschenk!

#2 Bierdienst

In erster Linie waren es aber natürlich die Salzburger Erzbischöfe, die sich den regelmäßigen Nachschub sicherten. Auf dass der güldene Saft stetig fließe, gab es im 12. Jahrhundert den so genannten „Bierdienst“. Das bedeutete, die Bauern mussten das selbst gebraute Getränk regelmäßig als eine Art „Naturalsteuer“ an ihre Herrscher abgeben.

#3 Bierspende

Jedoch auch die Ärmsten der Armen sollten ihr Bier abbekommen. Im 13. Jahrhundert richtete das Stift St. Peter eine „Bierspende“ ein, wo den Armen dreimal im Jahr „cervisia ad hec sufficiens“ ausgeschenkt wurde. Was „Bier in ausreichender Menge“ tatsächlich bedeutete, bleibt dahingestellt.

#4 Bierglocke

Im 15. Jahrhundert läutete im Rathausturm der Stadt abends die „Bierglocke“ zur Sperrstunde. Danach durfte niemand mehr auf der Straße sein. Und falls sich nach Läuten doch noch ein langsamer Trunkenbold draußen befand, so durfte er nicht „verholen gehen“, sondern musste dabei singen oder eine Lampe bei sich tragen. Sprich: So tun, als hätte er nichts zu verbergen.

#5 Goldiger Fürsterzbischof

Aber zurück zu den Mächtigen. Da war der eine oder andere dem goldenen Gerstensaft doch mehr zugetan, als ihm guttat. Fürsterzbischof Dietrichstein erkrankte sogar an einem krätzigen Hautausschlag, der angeblich immer wiederkehrte, weil er vom Bier einfach nicht die Finger lassen konnte. Als es dem Ende zuging, riet ihm sein Arzt, den Körper mit Goldplättchen zu bedecken. Trotz Gold starb der Herrscher kurz darauf Anfang des Jahres 1753.

#6 Nicht mehr ganz dicht

Wenn man in die Vergangenheit zurückblickt, hat die Brauereidichte im Verhältnis stark abgenommen. Gab es im Jahr 1870 in der Stadt Salzburg noch 12 Brauereien für 16.000 Einwohner, gibt es heute nur noch 11 Stätten für 157.000 Einwohner. Würde dasselbe Verhältnis wie im 19. Jahrhundert bestehen, müsste es in der Stadt heute 118 Brauereien geben.

#7 Maximal 170 Kisten Bier

Bier war in Salzburg also schon immer von zentraler Bedeutung. So zentral, dass es sogar als Maßeinheit verwendet wurde: Im Maschinenraum der Festungs-Materialseilbahn heißt es auf einem Zettel: „170 Kisten Bier“ und verweist damit auf deren maximale Gewichtsbeladung.

#8 Tierische Nachbarschaftshilfe

Tagtäglich wird auch die Stiegl-Kutsche mit Bierkisten beladen. Als einzige Brauerei Österreichs liefert Stiegl immer noch Bier mit historischen Pferdekutschen aus. Die vier tierischen Mitarbeiter, die vor den Wagen gespannt werden, heißen Lord, Prinz, Remus und Lenz und leisten zu Corona-Zeiten sogar fleißig Nachbarschaftshilfe in Maxglan (Bestellung unter 050 1492 1111 / 8:00 – 17:00 Uhr).

Na dann: PROST! 

Bier auf der Störhaus-Terrasse (c) STADTBEKANNT Zohmann

Bier auf der Störhaus-Terrasse (c) STADTBEKANNT Zohmann